Betreuungsgeld oder Schulmensa?

Der Ausbau der Kindertagesstätten, die Einlösung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige sowie die dringend notwendigen qualitativen Verbesserungen in Kinderkrippen und Kindergärten stellen den Staat jetzt schon vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Bis zum Stichtag 1. August 2013 fehlen noch 233.000 Plätze für die unter dreijährigen Kinder und zudem etwa 12.400 ausgebildete Fachkräfte. Im Falle zusätzlicher Leistungen – wie dem Betreuungsgeld – das mit ca. 2 Mrd. Euro veranschlagt wird, belohnt Familien dafür, dass die Frauen zuhause bleiben und ihr Kind unter drei Jahren nicht in eine öffentliche Bildungseinrichtung geben – bestehe die Gefahr, daß keines der angestrebten Ziele zufriedenstellend erreicht werden kann. Im neuen nationalen Bildungsbericht – dabei handelt es sich um den Bericht einer unabhängigen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)– von Bund und Ländern wird deshalb eindringlich vor der Einführung des Betreuungsgeldes gewarnt. Es sei nicht zu finanzieren, ohne andere Ziele zu vernachlässigen – und verhindere wichtige frühkindliche Bildung. Der Ausbau von Kita-Plätzen und die Verbesserung von Kindergärten würden dadurch gefährdet. Es könne Eltern aus bildungsfernen Schichten davon abhalten, ihre Kleinkinder in eine Kita zu schicken. Fazit: Schulverpflegung:  Ein Bruchteil dieser Summe von den 1,9 Mrd. Euro(Quelle: www.dipbt.bundestag.de, 15.12.11) , würde schon reichen, die gesamte Schulverpflegung zu bezahlen!

Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv): „Kinderbetreuung muss professionell organisiert werden und hohen Qualitätsstandards Rechnung tragen. Dies gilt für das Personal und für den Bau von Kindertagesstätten. Qualitätsstandards aus finanziellen Gründen abzusenken und gleichzeitig das Betreuungsgeld einzuführen, ist zum Nachteil unserer Kinder“, so Scherb mit Blick auf den 10-Punkte-Plan von Ministerin Schröder.

 

 

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