Ganztagsschulen Ausbau hat deutlich an Fahrt verloren

Der Ganztagsschulausbau kommt weiter voran. Aber noch längst haben nicht alle Kinder in Deutschland die Chance auf einen Platz in einer guten Ganztagsschule. Die Bertelsmann Stiftung hat berechnet, was ein flächendeckender und qualitativer Ausbau kostet. Bund, Länder und Kommunen können den erforderlichen Ausbau bewältigen, aber nur gemeinsam. Der flächendeckende Ausbau guter Ganztagsschulen erfordert auch eine Verständigung über gemeinsame Qualitätsstandards. Seit dem Ende des Investitionsprogramms des Bundes im Jahr 2009 hat der Ausbau jedoch deutlich an Fahrt verloren. Wenn es im gleichen Tempo weitergeht wie zuletzt, wird es noch mehr als vier Jahrzehnte dauern, bis ein flächendeckendes Angebot für alle Schüler bereitsteht. Die nun vorliegende Studie der Bertelsmann Stiftung von Klaus Klemm und Dirk Zorn hat berechnet, wie gute Ganztagsschulen in der Fläche zu realisieren sind. Um bis zum Jahr 2025 80 Prozent aller Schüler zu erreichen, müssen weitere 3,3 Mio. Ganztagsplätze geschaffen werden, bei Berücksichtigung steigender Schülerzahlen. Mit adäquaten Qualitätsstandards werden für diesen Ausbau rund 31.400 zusätzliche Lehrkräfte sowie 16.200 weitere pädagogische Fachkräfte (Erzieher, Sozialpädagogen, etc.) benötigt. Jährlich fielen dafür etwa 2,8 Mrd. Euro an zusätzlichen Personalkosten an. Um die notwendige räumliche Infrastruktur aufzubauen, müssten die kommunalen Schulträger insgesamt rund 15 Mrd. Euro investieren. Entscheidend für gute Lernchancen im Ganztag ist, dass qualifiziertes pädagogisches Personal und Lehrkräfte auch am Nachmittag in der Schule präsent sind, um den Schülern hochwertige Lernangebote zu machen. Diese Grundbedingung wurde in den Berechnungen der Studie berücksichtigt.

Studie: Gute Ganztagsschule für alle