Gerechte Kindergrundsicherung statt der bisherigen Bevorzugung reicher Familien

Am 4. und 5. Oktober treffen sich auf Einladung der Nationalen Armutskonferenz  Menschen mit Armutserfahrung in Berlin. Das Treffen kurz nach der Bundestagswahl soll den politischen Austausch und die Beteiligung von Armutsbetroffenen voran bringen. Jedes fünfte Kind unter 15 Jahren in Deutschland gilt als armutsgefährdet, wächst also unterhalb der Armutsgrenze auf. Das sind 2,1 Millionen Jungen und Mädchen, die in Familien leben, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens zur Verfügung haben. Ein Großteil dieser 2,1 Millionen Kinder lebt in Haushalten, die Sozialleistungen beziehen. Der Rest – immerhin 1,15 Millionen arme Kinder – lebt ohne die Unterstützung, obwohl zum Teil Anspruch darauf bestünde.  Zudem wachsen weitere rund 480. 000 Kinder nur knapp über der Armutsgrenze in Deutschland auf. ob ein Kind arm ist oder nicht, hängt häufig von der Familienkonstellation ab:  Die Nationale Armutskonferenz fordert, dass die Parteien die Armut von Kindern in Deutschland beim Namen nennen, konkrete Schritte zu ihrer Beseitigung vorschlagen und diese im künftigen Koalitionsvertrag festlegen. Die Konferenz erwartet von der neuen Bundesregierung  einen ausreichenden Regelsatz in der Grundsicherung, genug sozialen Wohnungsbau, ein Ende der Benachteiligung von Alleinerziehenden, gute Arbeit statt prekärer Beschäftigung und eine gerechte Kindergrundsicherung statt der bisherigen Bevorzugung reicher Familien. Zudem forderten die von Armut Betroffenen eine Abschaffung der Sanktionen in der Grundsicherung.

Zum Hintergrund:
Veranstalterin des 12. Treffens der Menschen mit Armutserfahrung ist die Nationale Armutskonferenz, ein Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Fachverbänden der Armutsbekämpfung und Selbsthilfeorganisationen.

150 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet treffen sich zum Austausch in der Heilig Kreuz-Kirche, bei der Arbeiterwohlfahrt und im Zentrum gegen Armut und Ausgrenzung Gitschiner 15 in Berlin. Dabei sind unter anderem Wohnungslose, in Altersarmut Lebende, prekär Beschäftigte, Geflüchtete, Alleinerziehende und Erwerbslose.

12. Treffen der Menschen mit Armutserfahrung
Heilig-Kreuz-Kirche
Zossener Str. 65
10961 Berlin

Hier finden Sie das Programm.