Mittel für das „Bildungspaket“ wurden gar nicht abgerufen

Nach Recherchen des Senders NDR-Info haben im vergangenen Jahr zahlreichen BUndesländer einen großen Teil der Bundeszuschüsse zur Unterstützung von Kindern aus armen Familien nicht genutzt. Die zuständigen Ministerien in den Ländern  machen dafür vor allem das komplizierte Antragsverfahren verantwortlich. Laut Schätzungen sollen im Jahr 2012 nur gut ein Drittel aller Bedürftigen das Geld abgerufen haben, vor allem Zuschüsse für Mittagsverpflegung wurden genutzt. Die Folge: Der Bund kann mit einer Rückzahlung in dreistelliger Millionenhöhe rechnen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband bezeichnet das Modell als „komplett gescheitert“. Viele Kommunen geben dem Bildungspaket vor allem wegen hoher bürokratischer Hürden schlechte Noten.Das Arbeitsministerium in Berlin dementierte die Ergebnisse. Die Anträge sollen ab dem 1. August vereinfacht werden, das habe der Bundesrat bereits beschlossen. Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers kritisierte den Bund für die gesetzlichen Vorgaben des Bildungspakets, denn die Politik sei vom Bundesverfassungsgericht gezwungen worden, sich um das Thema Bildung und Teilhabe von armen Kindern zu kümmern. Sie habe das nur sehr widerwillig gemacht, und das würde man dem ganzen Konzept auch anmerken. Das Bildungspaket für Kinder von Geringverdienern und Arbeitslosen bleibt also umstritten. Von den Bildungshilfen könnten aber etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche profitieren, deren Eltern wegen Arbeitslosigkeit oder geringem Einkommen Hartz IV, Wohngeld oder den Kinderzuschlag erhalten. Fazit: Viele bedürftige Kinder gehen leer aus, Mittagessen in der Schulkantine oder ein Klassenausflug bleiben fromme Wünsche für sie!

 

 

 

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