Nun ist der Skandal da: Vermutlich Keime im Schulessen – Hunderte von Kindern und Lehrern erkrankt

Ist verdorbenes Schulessen die Ursache? Nach einer Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen besteht an Dutzenden Schulen und Kindergärten in Sachsen und Thüringen der Verdacht auf Noroviren. Offenbar wurden die Einrichtungen von einem großen Essenszulieferer versorgt. In Thüringen sind mehr als 340 Kinder sowie 14 Lehrer im Kreis Saalfeld-Rudolstadt an Magen- und Darmbeschwerden erkrankt. Offenbar haben alle Erkrankten in Thüringen ebenfalls Mahlzeiten des Essenanbieters zu sich genommen, der 46 Schulen und Kindergärten in der Region beliefere. Zu den betroffenen Regionen in Sachsen gehören Döbeln, Mittweida, Oschatz und Chemnitz. Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums wurden seit Wochenbeginn mehr als 600 Menschen mit entsprechenden Symptomen gemeldet. Dabei handele es sich um Kinder aus Einrichtungen, die alle vom gleichen, mit Filialen in ganz Deutschland vertretenen Essenszulieferer beliefert werden.

4 Gedanken zu „Nun ist der Skandal da: Vermutlich Keime im Schulessen – Hunderte von Kindern und Lehrern erkrankt

  • 27. September 2012 um 21:54
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    Handelt es sich bei dem Anbieter um Elli Spirelli ais Hohenstein-Ernstthal??

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  • 28. September 2012 um 08:28
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    Nun ist es soweit. Den betreffenden Anbieter wollten wir als Elterngemeinschaft aus unserer Schule haben, da alle Kinder bereits über Jahre die Qualität des Schulessens bemängeln.
    Im Oktober sollte es ein Vergleichsessen geben. Der Berliner Senat gab die Preise für en Essen vor. Alle Anbieter bis auf den jetzt betroffenen Anbieter zogen isch zurück mit den Worten „Zu diesem Preis können wir kein vernünftiges Essen liefern….“ Als Eltern durften wir nicht freiwillig mehr bezahlen….

    Uns wundert der Skandal nicht. Villeicht erfolgt endlich ein Umdenken, dass billig am Ende teurer ist… Leider auf dem Rücken der Kinder.

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  • 28. September 2012 um 11:18
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    Norovirus in der Schulverpflegung
    „Alle Jahre wieder“ möchte man angesichts des neuerlichen Ausbruchs von Noroviren sagen. Diese tückischen Viren, die noch gar nicht so lange bekannt sind, sorgen bevorzugt zur kalten Jahreszeit für Schlagzeilen. Aber man muss das ganze Jahr über mit ihnen rechnen.
    Noroviren sind leider hochansteckend und werden v.a. über Kontakte übertragen. Dies kann über den Mund passieren (Bläschen-Infektion) oder über die Hände, was bei mangelhafter Händehygiene sehr schnell zur Ansteckung führt. Konsequentes Händewaschen und -desinfizieren (vor allem Letzteres) wäre eine sehr gute Vorbeugungsmaßnahme.
    Man muss hier allerdings fairerweise sagen, dass auch eine gute Hygiene noch kein 100%iger Schutz für diesen tückischen Erreger darstellt, eben aufgrund seiner hohen Ansteckungsgefahr. Wer sich gewissenhaft die Hände desinfiziert, kann sich bereits beim nächsten Türgriff oder beim Händeschütteln diese Viren einfangen, wobei schon wenige genügen, um die Infektion auszulösen. Natürlich sind gemeinsam genutzte Gegenstände, z.B. Handtücher, ein absolutes No-Go. Trotzdem ist ein gutes Hygienekonzept verbunden mit strikten Kontrollen und immer wieder Schulungen, Schulungen, Schulungen das beste Mittel, um vorzubeugen.
    Wenngleich die Noroviren als recht umweltresistent gelten, so kann man sie mit Erhitzung sicher abtöten. Bei 60°C endet deren Verträglichkeit. Wenn also die üblichen 65°C beim Warmhalten eingehalten werden, sind Noroviren chancenlos. Doch leider wird beim Warmhalten diese Untergrenze nur zu oft unterschritten! Dann überleben sie. Bei den temperaturentkoppelten Systemen, wie z.B. „Cook and Chill“, wird die Regeneration so gesteuert, dass im Kern 72°C für mind. 2 min. erreicht werden. Damit ist man auf der sicheren Seite.
    Doch dies nutzt eben nur etwas bei heißen Speisen. Alle Kaltspeisen müssen von Noroviren freigehalten werden, da eine nachträgliche Eliminierung nicht mehr erfolgen kann, also z.B. bei Salaten oder Desserts, was leichter gesagt ist als getan. Am ehesten gelingt dies mit sehr gut geschulten Mitarbeitern. Wer also bei der Hygiene-Schulung meint sparen zu müssen, provoziert entsprechende Vorfälle.
    Übrigens, wenn die Erkrankung überstanden ist, normalerweise nach 1-3 Tagen, muss man weiterhin mit einer Übertragung rechnen, da die Viren noch ausgeschieden werden.
    Volker Peinelt

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