Schulverpflegung ist mehr als ein nutritives Verpflegungsereignis!

Essens- und Körperforscherin Prof. Dr. Lotte Rose von der Frankfurt UAS steht fest: Das Schulessen steht unter öffentlicher Beobachtung, seit immer mehr Kinder in Deutschland mittags in der Schule verköstigt werden. „Regelmäßig gibt es skandalisierende Medienmeldungen zu Preisdruck, schlechter Gesundheits- und Geschmacksqualität der Verpflegung, geringen Nutzungszahlen und Kritik an der Versorgung durch industrielle Groß-Caterer“, so Rose. Charakteristisch ist für Rose bei der derzeitigen medialen, politischen und wissenschaftlichen Diskussionen zum Schulessen, dass erwachsene Expertinnen und Experten diverser Disziplinen und Interessensfraktionen verhandeln, wie das Schulessen idealerweise sein sollte. Wenig Aufmerksamkeit gibt es jedoch bislang dafür, was das Schulessen eigentlich für junge Menschen bedeutet. Symptomatisch seien die beiden Formate des Schulessens: Es gibt zum einen das von Erwachsenen betreute Essen an einer gemeinsamen Tafel für die Jüngeren, zum anderen das kantinenförmig organisierte Mensa-Essen für die Älteren. Unser Anliegen ist, dafür zu sensibilisieren, dass Schulessen sehr viel mehr und anderes ist als ein nutritives Verpflegungsereignis“, betont Rose.

DNSV dazu: Schulessen ist eben tatsächlich mehr als nur ein warmes Mittagessen!

Lotte Rose, Rhea Seehaus (Hrsg.): Was passiert beim Schulessen? Ethnografische Einblicke in den profanen Verpflegungsalltag von
Bildungsinstitutionen, Springer VS Verlag, Wiesbaden 2019, ISBN: 978-3-658-07304-6, erschienen: 23.10.2018