5 Digital-Milliarden für die Schulen, oder digital-freie Kindheit bis zum 16. Lebensjahr

Mitte März muss der Bundesrat zustimmen, und erst nach einem Abkommen zwischen Bund und Kultusministerkonferenz beginnen auf den Landesebenen komplizierte Verfahren zur Geldvergabe. Fünf Milliarden, das sind ca. 300 000 Euro pro Schule, 10 000 Euro pro Klasse. Bleibt die Frage, werden Schulen nun digitaler? Die Digitale Bildung ist ein Konzept der IT-Industrie, ausgebrütet vom Branchenverband Bitkom, von Microsoft, VW, SAP bis zur Telekom. Nicht gefragt wurden Kinderärzte, Pädagogen, Lernpsychologen, Neurowissenschaftler. Sie raten in großer Mehrheit davon ab, Smartphones und Tablets zum Lehr- und Lernwerkzeug zu machen. Leseforscher haben z. B. nachgewiesen, dass Texte besser behalten werden, wenn sie auf Papier und nicht auf Bildschirmen gelesen werden. Auch die Konzentrationsfähigkeit leidet bei starker Nutzung digitaler Medien. Es werden die digitalen Produkte an Schulen eingeführt werden, die auf dem Markt zu haben sind und damit generiert die Politik ein Absatzprogramm für die großen digitalen Konzerne, die eh in Deutschland keine Steuern zahlen.
DNSV dazu: Was an 1. Stelle benötigt werden sind geprüfte Konzepte für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht und ein generelles Handyverbot, d. h. eine digital-freie Kindheit bis zum 16. Lebensjahr, denn sie sind von den Nebenwirkungen der Smartphone-Nutzung am meisten betroffen. In der medizinischen Fachliteratur nachgewiesen sind Ängste, Aufmerksamkeitsstörungen, Depression, Bewegungsmangel, Übergewicht, Haltungsschäden, ein verstärktes Suchtverhalten und starke Kurzsichtigkeit, davon sind in Europa 30 Prozent aller jungen Menschen betroffen, in China 80 Prozent und in Süd-Korea über 90 Prozent. Dagegen helfen auch Appelle an die gesunde Ernährung nicht: Pädagogische Konzepte für Schulen zum Thema „Ernährung- & Verbraucherbildung“ sind das Gebot der Stunde, denn nur so lassen sich die massiven digitalen Gefahren die auf uns zukommen abwenden.