Amazon Mütter fordern Kinderbetreuung

Online-Versandhändler Amazon hat in Bezug auf Zusatzleistungen für Mitarbeiter in den USA akuten Aufholbedarf. Das behaupten über 1.800 weibliche Angestellte, die arbeiten und Kinder haben. Um für diese im Fall von Krankheit, geschlossenen Schulen und anderen Notfällen eine geregelte Kinderbetreuung zu erhalten, die auch vom Arbeitgeber subventioniert wird, haben sie nun die Gruppe der „Momazonians“ gegründet und wollen nach verhandeln.

Dass auch Amazon seine Mitarbeiter in diesem Zusammenhang so vernachlässigt, sei für den Techniksektor eigentlich eher ungewöhnlich, wie die Expertin anmerkt. Denn gerade in dieser Branche würden so gut wie alle großen Unternehmen – zum Beispiel Microsoft, Apple, Facebook oder Google – entsprechende Vorsorgemaßnahmen für ihre Angestellten vorsehen. Die Initiative der Momazonians sei deshalb aber umso wichtiger.

Wachsender Druck auf Arbeitgeber

„Wir haben es heute mit einer Arbeitnehmerschaft zu tun, die mehr von ihrem Arbeitgeber verlangt und diese Forderungen auch lauter artikuliert“, meint Stephen Kramer, CEO von Bright Horizons, dem größten Anbieter von gesponserter Kinderbetreuung in den USA. Dementsprechend sei der Druck auf die Unternehmen, solche Leistungen auch tatsächlich anzubieten, im Laufe der vergangenen paar Jahre auch deutlich angestiegen. Die Forderungen der Momazonians würden einem Trend entsprechen und seien auch gerechtfertigt. „Die mehr als 1.800 Mütter, die bei Amazon arbeiten und diese Gruppe bilden, verlangen eine Leistung, die einen Arbeitgeber typischerweise zwischen zehn und einigen hundert Dollar pro Arbeitnehmer kostet – abhängig davon, wie oft dieses Angebot in Anspruch genommen wird und wie dieses Programm firmenintern genau aufgesetzt ist“, sagt Kramer. (pte)