Berliner Thesen zur Förderung eines gesunden Aufwachsens

Beim jüngsten Kongress „Gesund aufwachsen – von erfolgreichen Projekten zu festen Strukturen“ standen Thesen zur Gesundheitsförderung im Mittelpunkt der Veranstaltung. „Um Übergewicht erfolgreich entgegenwirken zu können, müssen neben ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung weitere Faktoren, wie z.B. Tagesrhythmik, Schlaf und psychische Gesundheit berücksichtigt werden“, erläutert Prof. Dr. med. Arya Sharma, Direktor des Canadian Obesity Network und Key Note Speaker des Kongresses. peb Vorstandsvorsitzende Prof. Ulrike Ungerer-Röhrich ergänzt: „Somit sind multifaktorielle Bedingungen zu erfüllen, die Verhalten und Verhältnisse gleichermaßen berücksichtigen. Es geht also um weitgehende Veränderungen des Lebensstils, um Übergewicht gar nicht erst entstehen zu lassen. Im Gegensatz zu einfachen und erfolgreichen Präventionsprogrammen, wie z.B. der Anschnallpflicht im Auto oder Kampagnen zur Zahnhygiene, ist beim Kampf gegen die Übergewichtsentwicklung die gesamte Gesellschaft gefragt – von der Politik, über die Wirtschaft und die Wissenschaft bis hin zur Zivilgesellschaft. Diese gesamtgesellschaftliche Bewegung brauchen wir, um die Berliner Thesen in wirkungsvolle Taten zu übersetzen.“ Mit den Berliner Thesen greift die Plattform Ernährung und Bewegung die entscheidenden Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis auf und gibt Hinweise darauf, wie die Praxis der Gesundheitsförderung verbessert werden kann. Dabei spannen die Berliner Thesen einen Bogen vom Stellenwert des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens der ersten 1.000 Tage für die lebenslange Gewichtsentwicklung über die Verknüpfung von Verhaltens- und Verhältnisprävention in den Lebenswelten von Familien bis hin zur stärkeren Verankerung des Alltagsbewegung und von Maßnahmen gegen den Sitzenden Lebensstil in der Gesundheitsförderung. Darüber hinaus werden die Gemeinschaftsverpflegung und Ernährungsbildung sowie die Erreichbarkeit und Beteiligung von sozial Benachteiligten und der Wert von Projekten zur Entwicklung und Erprobung neuer Ansätze der Gesundheitsförderung (≠ sog. Projektitis) berücksichtigt.

These 3 – Verhalten & Verhältnisse

Erfolgreiche Gesundheitsförderung muss beim Verhalten und den Verhältnissen in den Lebenswelten von Kindern ansetzen: in Elternhäusern, Kitas, Schulen und Kommunen – also „dort, wo Kinder spielen, toben, lernen, essen & trinken“:  Hinsichtlich des gesunden Aufwachsens mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung kommt den Eltern eine Schlüsselrolle zu. In gelingenden Erziehungspartnerschaften z. B. mit Kita und Schule erfahren sie Unterstützung.  Entwicklungspotenziale und (Gesundheits-)Kompetenzen von Kindern sollten insbesondere in Kitas und Schulen gestärkt werden. Dazu werden qualifizierte Begleiterinnen und Begleiter sowie entsprechende zeitliche und räumliche Ressourcen benötigt.

Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung in Kita und Schule sind entscheidend für die Verbesserung der Ernährungskompetenz und der Ernährungssituation von Kindern. Idealerweise wird beides miteinander verknüpft.

Entscheidend für den Erfolg der kommunalen Gesundheitsförderung sind neben der Fach- und Methodenkompetenz, die Koordination, Moderation und insbesondere die Beteiligung der kommunalen Akteure.

Die vollständigen Berliner Thesen sind im Anhang und unter www.pebonline.de zu finden.