Besser essen in Kitas und Schulen in Hessen

Laut Statistik geben die Bundesbürger nur noch 11 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Die Wertschätzung von Lebensmitteln hat sich negativ entwickelt, mit der Folge, dass heute jeder Bundesbürger jährlich etwa 82 Kilogramm Lebensmittel vernichtet. Das Hessische Verbraucherschutzministerium und seine Partnerorganisationen haben diese Entwicklungen zum Anlass genommen für eine Ernährungsinitiative: „Appetit auf Zukunft – besser essen in Hessen“. Hierunter werden alle Aktivitäten und Maßnahmen so ausgerichtet, dass die Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten im Bereich der Ernährung jetzt und auch in Zukunft als etwas ganz Selbstverständliches angesehen wird.

„Bei unseren täglichen Entscheidungen in Bezug auf unser Essen geht es nicht nur darum, ob es uns gut schmeckt und satt macht. Sondern mit dem, was wir essen, wo wir es einkaufen und wie wir es zubereiten beeinflussen wir maßgeblich unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Die Auswahl unser Lebensmittel hat grundlegende Auswirkungen auf den Klimaschutz, den Erhalt der Artenvielfalt, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen wie Wasser, Luft und Böden oder das Tierwohl“, betont Priska Hinz, Hessens Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, heute in Wiesbaden.

Der Zusammenhang von Ernährung und Nachhaltigkeit weist nicht nur eine globale, sondern auch eine regionale Dimension auf. Es stellt sich die zentrale Frage, welchen Stellenwert die Ernährung für den Einzelnen aber auch für die gesamte Gesellschaft einnimmt, wenn nicht nur ernährungsphysiologische Aspekte, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien oder Klimaschutzaspekte in Entscheidungsprozesse einbezogen werden müssen. Der Verbraucher nimmt in diesem Zusammenhang eine Sonderstellung ein, weil er mit seinem individuellen Kauf- und Ernährungsverhalten zwar nicht als Einzelner, aber in der Gesamtheit sehr wohl Einfluss auf die Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln nehmen kann.

Die Ernährungsinitiative versteht sich als Motor einer Entwicklung, Verbraucherinnen und Verbrauchern bewusst zu machen, dass gerade beim Einkauf von Lebensmitteln hinterfragt werden sollte:

  • Wo und wie wurde erzeugt?
  • Welche Transportwege sind angefallen?
  • Auf welche Weise ist das Lebensmittel verarbeitet worden?
  • Wie viele Lebensmittel werden zum Verzehr tatsächlich benötigt?

Kriterien wie Regionalität, Saisonalität oder umweltfreundliche Verpackung müssen beim Einkauf von Lebensmitten zur Selbstverständlichkeit werden. Diese Bewusstseinsänderung  herbeizuführen, ist die zentrale Herausforderung nicht nur heute, sondern auch in Zukunft. Allen Akteuren ist bewusst, dass die notwendigen Verhaltensänderungen nicht kurzfristig erfolgen können, sondern über viele weitere Jahre als gemeinsame Aufgabe erhalten bleiben.

Darüber hinaus wird sich ein großes Projekt gemeinsam mit der Ökomodellregion Lahn-Dill/Gießen um die Stärkung der Schulverpflegung mit bio-regionalen Lebensmitteln kümmern.

Die Hessische Ernährungsstrategie (PDF / 2 MB) 

Quelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz