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Bündnis traf Minister Rainer in Bonn

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer traf sich mit Vertreten des Bündnisses Ernährungswende jetzt. Die Organisationen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken, darunter das DNSV, fordern von der Bundesregierung eine zügige und konsequente Umsetzung ernährungspolitischer Maßnahmen. Andernfalls drohen erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten in den Bereichen Gesundheit, Umweltschutz und soziale Teilhabe. Die Organisationen warnen: Grundnahrungsmittel werden immer teurer, ohne dass die Preise einen wesentlichen Beitrag zur Deckung der Produktionskosten auf den Höfen leisten. Eine gesunde und nachhaltige Ernährung muss für alle Verbraucher leistbar sein und zur einfachsten Wahl werden. Bereits verursachte ökologische, wirtschaftliche und soziale Kosten des Ernährungssystems und zukünftige Kosten der notwendigen Transformation müssen vom Verursacher getragen werden und dürfen nicht einfach auf die Verbraucher, einzelne Produzent und das Lebensmittelhandwerk verschoben werden. Angemessene Preise für Landwirte, transparente Lieferketten, fairer globaler Handel, Engagement gegen Lebensmittelverschwendung, die wichtige Rolle der Außer-Haus-Verpflegung und der Schutz der Biodiversität gehörten zu den Themen, die beim Treffen diskutiert wurden.

Foto: BMLEH

Das Bündnis #ErnährungswendeAnpacken priorisiert im sechs Handlungsfelder: 

  1. Die Stärkung einer pflanzenbetonten Ernährung und Landwirtschaft durch eine priorisierte Förderung von kurzen Lieferwegen, regionalen Verarbeitungs- und Versorgungsstrukturen und eine schnelle Fertigstellung und Umsetzung der angekündigten Proteinstrategie.
  2. Eine Neuausrichtung der Lebensmittelbesteuerung und gesetzlichen Einordnung von Grundnahrungsmittel ausgerichtet auf gesunde, pflanzenbasierte, klimafreundliche und nach Bio-Standard erzeugte Nahrungsmittel im Sinne der Empfehlungen des Bürgerrates und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
  3. Die Umsetzung des Rechts auf angemessene Nahrung als Teil der Daseinsvorsorge durch die Gewährleistung von angemessenen Sozialleistungen, Ernährungsangeboten, fairen Arbeitsbedingungen, der Lieferkettensorgfaltspflicht entlang der gesamten Wertschöpfungskette und der Einrichtung einer Preisbeobachtungsstelle für Lebensmittel mit entsprechender Beschwerdekompetenz.
  4. Verbesserte Gemeinschaftsverpflegung in Schulen, Kitas, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Betriebskantinen nach DGE-Qualitätsstandards und mit einer sukzessiven Erhöhung des Bio-Anteils auf 50 % bis 2030. Eine beitragsfreie und qualitativ hochwertige Kita- und Schulverpflegung muss bundesweiter Standard werden, wobei der Bund mindestens die Hälfte der Kosten übernehmen sollte. 
  5. Eine aktive Gestaltung von gesunden Ernährungsumgebungen auch durch verbindliche Rahmenbedingungen für die Bereiche Lebensmittelwerbung, Kennzeichnung, Nachhaltigkeit und Reduktionsziele für Zucker, Fett und Salz.
  6. Bilanzierung der Auswirkungen unserer Ernährungsgewohnheiten auf Umwelt, Gesundheit und Sozialverträglichkeit durch nachvollziehbares und transparentes Monitoring.