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Der neue UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder 2025 in Deutschland

Keine tägliche warme Mahlzeit, fehlende Kleidung: Bei mehr als einer Million Kinder in Deutschland werden Grundbedürfnisse nicht erfüllt.  Der neue UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder 2025 in Deutschland zeigt, dass weiterhin viel zu viele Kinder mit Blick auf ihre Chancen für ein gutes Aufwachsen und Zukunftsperspektiven zu stark ins Hintertreffen geraten. Mehr als einer Million Kinder fehlen wesentliche Voraussetzungen für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und für späteren beruflichen Erfolg. Sie haben beispielsweise keinen Platz, um Hausaufgaben zu machen, können sich kein zweites Paar Schuhe oder vollwertige Mahlzeiten leisten und nehmen kaum an Freizeitaktivitäten Gleichaltriger teil. Nach wie vor entscheidet in Deutschland die familiäre Situation sehr stark über die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe der Kinder. Der Bericht macht auch deutlich, dass viele Kinder und Jugendliche in Deutschland große Belastungen spüren. Das zeigt sich zum Beispiel an der starken Zunahme von körperlichen und psychischen Beschwerden, über die mittlerweile 40 Prozent der Jugendlichen berichten.

Der seit 2006 erscheinende UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland untersucht anhand von sechs Dimensionen des kindlichen Wohlbefindens umfassend die Situation der aktuell 14 Millionen Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren und gibt Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft. 

Wichtige Ergebnisse des Berichts:

  • Die ungleichen materiellen und sozialen Voraussetzungen in den Familien wirken sich auf alle Lebensbereiche der Kinder aus. Der Abstand zwischen bestens unterstützten und besonders benachteiligten Kindern wächst. Immer mehr Kinder können beispielsweise nicht gut lesen (25 Prozent, 5 Prozentpunkte mehr als in 2018). 41 Prozent der Achtklässlerinnen und Achtklässler verfügen lediglich über rudimentäre digitale Kompetenzen (2013: 29 %). Dabei sind Kinder aus finanziell schlechter gestellten Elternhäusern deutlich überrepräsentiert.
  • Hinzu kommt, dass insbesondere diese benachteiligten Kinder und Jugendlichen sich von ihrem Umfeld, also Eltern und Lehrkräften, vergleichsweise selten gut unterstützt fühlen. Jährlich verlassen über 62.000 die Schule ohne Abschluss.
  • Eine beträchtliche Zahl von Kindern in Deutschland ist von den konkreten Folgen von Armut betroffen. So wurden über eine Million Kinder als depriviert eingestuft, mussten also auf die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse wie den Ersatz abgetragener Kleidung, eine beheizte Wohnung oder warme Mahlzeiten verzichten.
  • 44 Prozent der armutsgefährdeten Kinder leben in überbelegten Wohnungen. Mindestens 130.000 Kinder sind wohnungslos und in kommunalen Unterkünften untergebracht.