Dilemma des Schulessens im Lockdown

Gesetzlichen Regelungen in den Bundesländern sehen vor, dass bei einem Ausfall des Präsenzunterrichts die Familien nicht das Essensgeld bekommen, sondern Essen an die Kinder nach Hause geliefert wird. Doch diese Regelung geht an der Realität vorbei, weil die Schul-Caterer Kinder in aller Regel nicht einzeln zu Hause beliefern. Ein Ende des Homeschoolings ist noch nicht absehbar, aktuell streiten die Bundesländer über eine Verlängerung. Statt die Monate zwischen erstem und zweiten Lockdown dafür zu nutzen, den Familien einen dringend benötigten finanziellen Ausgleich für den Wegfall der Mahlzeiten zu ermöglichen, gehen Betroffene jetzt wieder komplett leer aus. Von einem allgemeinen Zugang zu gutem Essen sind wir weit entfernt: Ernährungsarmut ist in Deutschland ein Problem und Corona und Lockdown verstärken ihn noch. Gemeinsame Mahlzeiten erfüllen nicht nur den Zweck Nahrung und Energie aufzunehmen, sondern sie sind zugleich ein wichtiger Faktor der sozialen Teilhabe. Armut schlägt sich also schon heute in massiven Problemen bei der Ernährung nieder. In einer Befragung seiner Mitglieder kommt der Verband Deutscher Schul- und Kitacaterer e.V., (VDSKC) zu dem Ergebnis, dass der Verwaltungsaufwand durch die Beantragung von Fördermitteln, KuG oder anderen coronabedingten Dokumentationsauflagen um mehr als 95% gestiegen ist, wobei sich über 75% der Befragten sich Veränderungen für die künftige Vertragsgestaltungen mit den Schultägern/Kommunen einfordern, d.h. verlangt werden bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen für die Versorgung mit Schulmittagessen. Dass immer noch kein Ersatz für das fehlende kostenfreie Mittagsessen gefunden wurde, zeigt, was für einen geringen Stellenwert arme Kinder haben.