Ein winziger Pilz als Ernährungsgrundlage der Zukunft?

Der Fusarium-Stamm flavolapis ist weder eine Pflanze noch ein Tier; er ist ein Mitglied des Pilzreichs. Der Einzeller, ein winziger Pilz ähnlich wie Hefe, für Menschen nur unter dem Mikroskop zu erkennen. Nicht nur, dass der Winzling in kochendem Wasser überleben kann. Er enthält auch Eiweiße, von denen sich Menschen ernähren können. Die Firma Nature’s Fynd in Chicago will die YellowstoneMikrobe in eine Proteinquelle verwandeln. Ist die Pilz-Proteinmasse erst einmal getrocknet, verarbeiten die Lebensmittelingenieure sie weiter. „Unser Protein kann in alternatives Fleisch verwandelt werden, etwa Burger-Patties oder Hühnchen“, sagt Karuna Rawal, Marketingchefin bei Nature’s Fynd. Auch Yogurt und Käse lasse sich herstellen. Die nötigen Verfahrensschritte, um etwa die Form und Textur der Lebensmittel herzustellen, sind in der Lebensmittelproduktion schon lange bekannt. Für den passenden Geschmack sorgen die Proteine selbst und weitere Zutaten, die sich auch biotechnologisch erzeugen lassen. Anders als bei Solar Foods brauchen die Einzeller von Nature’s Fynd Stärke oder Zucker, um heranzuwachsen. So glauben die Gründer, dass sie, um die gleiche Menge Kalorien zu erzeugen wie heutige Rinderfarmen, 99 Prozent weniger Land benötigen, 99 Prozent weniger Treibhausgase verursachen – und 87 Prozent weniger Wasser benötigen. Die Ernährung von 8 Milliarden Menschen stellt eine Belastung für unseren Planeten dar, mit der er einfach nicht mithalten kann. Heute werden über 50% des eisfreien Landes auf der Erde und 50% des Wassers in den USA für die Viehhaltung genutzt. Bis 2040 wird die weltweite Nachfrage nach Milchprodukten voraussichtlich um 50% und nach Fleisch um 60% steigen. Dies ist nicht nachhaltig.

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