Gemeinsam durch die Krise: Brandbrief des Verbandes an Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke

Angesichts fehlender und aufgebrauchter Finanzpolster und der bevorstehenden Sommerpause, wird es nach den Sommerferien am 10. August in Brandenburg keine Caterer mehr geben, die die Schüler verpflegen können. So der Grundtenor des Briefes an den Brandenburger Landeschef. Das DNSV unterstützt massiv diesen Brief und steht hinter den Forderungen des Verbandes. In diesem Zusammenhang hatte sich das DNSV schon im April an die Kanzlerin und die Länderchefs in einen offenen Brief gewandt.

Hier der Wortlaut des Briefes:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke,

im Namen des Verbandes der Deutschen Schul- und Kitacaterer VDSKC wende ich mich an Sie, um für ein Soforthilfeprogramm zur Unterstützung der Caterer im Land Brandenburg für die Schul- und Kitaversorgung zu bitten. Nach dem 18. März 2020 sind die rund 120 Schulversorger des Landes Brandenburg ohne Einkommen. Der Totalausfall treibt die Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit und die Struktur der Schulverpflegung zerfällt. Das bedeutet auch, dass mehr als 2200 Arbeitsplätze akut gefährdet sind.  

Durch die Schließung der Schulen und Kindertagesstätten erleiden die Schul- und Kitacaterer im Land Brandenburg den Verlust der Geschäftsgrundlage, denn täglich werden rund 125.000 Portionen Schulverpflegung nicht mehr zubereitet. Bei ausbleibenden Umsätzen laufen die wesentlichen Kosten in unseren Betrieben dennoch weiter. Wir benennen hier insbesondere die Pacht oder Mietkosten, teilweise Personalkosten, Versicherungen und Darlehenstilgungen.

Quasi alle Caterer können durch fehlende Liquidität und unmittelbar bevorstehenden Insolvenzen, die oft regional ausgerichtete Struktur der     Schul- und Kitaverpflegung nicht mehr aufrechterhalten.                              Ohne direkte Hilfen bleiben die Küchen für immer kalt. Die vorhandenen Hilfsprogramme helfen den kleinen und mittelständischen Unternehmen leider nur sehr bedingt oder sind bereits in den vergangenen zwei Monaten aufgebraucht. Auch das Kurzarbeitergeld hilft nur teilweise, da die Kosten für Urlaubsansprüche und Feiertage von den Unternehmen zu bezahlen sind, trotz fehlender Einnahmen. Fast alle Caterer planen deshalb bereits jetzt die Entlassung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch vor den Sommerferien.

Die Hoffnung auf zeitweise Besserung durch die teilweise Öffnung der Schulen der Schulen ab 4. Mai 2020 hat sich nicht ansatzweise erfüllt. Der überwiegende Teil der Schulen hat kein oder nur sehr begrenzt Mittagessen angeboten. Die Gründe sind vielschichtig. 

·         Mensen fallen weg, da sie zu Unterrichtsräumen umfunktioniert wurden

·         Unterricht findet nur noch bis 11 Uhr statt

·         Mittagspausen werden Schulorganisatorisch gestrichen

·         die Ausgabezeiten verdreifachen sich aufgrund der Hygienebestimmungen, und das bei gesunkenen Portionszahlen von 0-20% der ursprünglichen Portionen

In den vergangenen zwei Monaten waren viele Caterer an der Seite ihrer oft langjährigen und vertrauten Kunden, um die Kinder in der Notbetreuung in Kitas und Schulen mit Mittagessen zu versorgen. Auch hier konnte nirgendwo wirtschaftlich gearbeitet werden.

Angesichts fehlender und aufgebrauchter Finanzpolster und der bevorstehenden Sommerpause bleibt die Frage, ob es nach den Sommerferien am 10. August noch Caterer geben wird, die die Schüler verpflegen können. Wir sind überzeugt das dies kaum der Fall sein wird.

Deshalb fordert der VDSKC ein Nothilfeprogramm für die Unternehmen des Schul- und Kitacaterings im Land Brandenburg. Gerne sind wir auch zu persönlichen Gesprächen im Ministerium – oder per Video-Konferenz – bereit, um Ihnen die Situation noch detaillierter zu erläutern.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Hoppe

Verband Deutscher Schul-und Kitacaterer

Berlin, 19.05.2020