Gratis-Schulessen erhöht Lebenseinkommen

Kostenlose, hochwertige Mittagessen in der Schule führen zu einem um drei Prozent höheren Lebenseinkommen. Das besagt eine in „The Review of Economic Studies“ veröffentlichte Studie der Universitäten Lund http://lunduniversity.lu.se und Stockholm http://su.se/english . Das Gratis-Essen macht Kinder demnach größer, fördert die Gesundheit und führt zu besserer Bildung, inklusive mehr Studienanfängern. Kinder aus ärmeren Familien ziehen den größten Nutzen, doch auch Kinder aus wohlhabendem Elternhaus profitieren.

Profitables Mittagessen

In Schweden wurde in ersten Gemeinden ab Mitte der 1940er-Jahre kostenloses Mittagessen eingeführt. Für die Studie haben die Forscher insbesondere den Zeitraum 1959 bis 1969 betrachtet, in dem auf dem Weg zu einer landesweiten Umsetzung jedes Jahr etwa zwei Dutzend schwedische Gemeinden hinzukamen. Das Ergebnis: Kinder beiderlei Geschlechts, die über die gesamte neunjährige Schulpflicht Gratis-Essen bekamen, wurden einen Zentimeter größer und begannen öfter ein Studium als jene ohne Zugang zu kostenlosen Mahlzeiten. Und: Sie haben im Laufe ihres Lebens mehr verdient.

„Schüler aus armen Familien hatten ein um sechs Prozent höheres Lebenseinkommen, Schüler aus anderen Haushalten ein um rund zwei Prozent höheres“, so Petter Lundborg, Wirtschaftsprofessor in Lund. Von der Reform hätten also alle profitiert. Dafür ausschlaggebend dürfte gerade der höhere Bildungsgrad gewesen sein. Kinder mit Gratis-Mittagessen waren der Studie nach an sich auch gesünder, allerdings hatte das keine wirklich langfristigen Auswirkungen auf Mortalität, Morbidität oder Krankenstandstage.

Investition in Aufnahmefähigkeit

Auf die Fehltage in der Schulzeit hat sich das Gratis-Essen übrigens nicht ausgewirkt. Die bessere schulische Leistung hatte also wohl einen anderen Grund. „Eine vernünftige Interpretation wäre, dass Schüler, die ein nahrhaftes Mittagessen zu sich nahmen, aufnahmenfähiger für das Gelehrte waren“, meint Dan-Olof Rooth, Wirtschaftsprofessor in Stockholm. Das passe auch dazu, dass in Großbritannien Elfjährige gute Testergebnisse erzielten, nachdem sich dort Jamie Oliver für gutes Schulessen eingesetzt hatte.

Ob es an Schulen Gratis-Essen geben sollte und in welcher Qualität, das ist bis heute ein Thema, an dem sich in vielen Ländern die Geister scheiden. Die aktuelle Studie belege nun signifikante, langfristige wirtschaftliche Vorteile, betont Lundborg. „Das ist äußerst gut investiertes Geld.“