Klimakrise & Landwirtschaft: Massiv fehlender politischer und gesellschaftlicher Wille

Das EU-Parlament hat über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) abgestimmt und den Vorschlag der Kommission angenommen. Dieser sieht vor, weitere neun Jahre an der bisherigen Richtung der Agrarpolitik der EU festzuhalten. Nicht nur Fridays for Future Deutschland kritisiert die Entscheidung scharf: Mit dieser GAP wird die Rolle der Landwirtschaft als Brandbeschleunigerin der Klimakrise zementiert, anstatt sie für ihre Lösung zu nutzen.  Die Landwirtschaft bildet die Versorgungsgrundlage der europäischen Bürger*innen und muss daher krisenfest und klimagerecht gestaltet werden. Die EU ignoriert die vergangenen drei Dürrejahre und lässt europäische Landwirt*innen im Kampf um ihre Existenz und mit der Klimakrise im Stich. 

Fridays for Future Deutschland fordert die Europäische Kommission nun auf, die GAP zurückzuziehen und einen Neustart einzuleiten. Dieser Neustart muss ernsthafte Maßnahmen gegen die Klimakrise umfassen und starke Schritte in Richtung Klimagerechtigkeit gehen. Die Landwirtschaft hat als einziger Wirtschaftszweig das Potential, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zurückzuholen und dauerhaft zu binden. In einer neuen GAP muss dieses laut Weltklimarat voll ausgeschöpft werden. Dabei gilt es vor allem auch, Biodiversität durch zeitgemäße Bewirtschaftung zu erhalten.

Studie belegt, dass die aktuellen Reduktionsziele und die vorgeschlagenen Maßnahmen der Bundesregierung die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze weit verfehlen würden. Sie kommt allerdings auch zu dem Schluss, dass ein Beitrag Deutschlands zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze technisch noch möglich ist. Noch steht dem 1,5-Grad-Ziel nur der fehlende politische und gesellschaftliche Wille entgegen.