Sarah Wiener deckt Falsch-Zitat des BMEL auf

Das deutsche Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) hat zur Folgenabschätzung der digitalen Landwirtschaft eine Studie in Auftrag gegeben. „Die Ergebnisse dieser Studie aber finden sich auf der offiziellen Internetseite nicht wieder, sondern in abgeänderter Form. Das ist ein schwerer Vertrauensbruch“, ist die Grüne EU-Abgeordnete Sarah Wiener empört und setzt fort: „Das fast wortgleiche, aber in der Gewichtung völlig anders gereihte Zitat auf der offiziellen Internetseite des BMEL beinhaltet im Ergebnis eine völlig andere Aussage und Bewertung als die aus der Folgenabschätzung des Thünen-Instituts hervorgehende.“ 

Auf der offiziellen Internetseite des BMEL zur Digitalisierung in der Landwirtschaft heißt es nämlich: „Der größte Nutzen der Digitalisierung in der Landwirtschaft wird durch die potenzielle Steigerung der Nachhaltigkeit und der Produktivität sowie durch die Arbeitszeiteinsparung und -erleichterung gesehen. Im Ergebnis führt dies zu einem geringeren Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Energie sowie Verbesserungen beim Tierwohl.“ https://www.bmel.de/DE/themen/digitalisierung/digitalisierung-landwirtschaft.html

In der Publikation „Digitalisierung in der Landwirtschaft – Chancen nutzen – Risiken minimieren“ hingegen ist nachzulesen: „Der größte Nutzen der Digitalisierung in der Landwirtschaft wird durch die potenzielle Steigerung der Produktivität durch die Einsparung von Arbeitszeit und Betriebsmitteln gesehen. Dadurch kann die Nachhaltigkeit durch den geringeren Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Kraftstoff sowie Verbesserungen beim Tierwohl gesteigert werden. Die bisher ermittelten Einsparungen bei Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Kraftstoff liegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich.“ https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/digitalpolitik-landwirtschaft.pdf?__blob=publicationFile&v=8

„Diese verzerrte Darstellung ist außerordentlich irritierend und ärgerlich und ich betrachte sie als eine Irreführung der Meinungsbildung in der Nachhaltigkeitsdebatte“, sagt die EU-Abgeordnete Sarah Wiener und fordert rasche Berichtigung: Ich fordere das BMEL auf, diese unkorrekte und irreführende Darstellung der Potentiale der Digitalisierung zu korrigieren und in Zukunft die Erkenntnisse des Thünen-Instituts in der Öffentlichkeit differenzierter wiederzugeben. 

(Brüssel/OTS)

Foto: © Sarah Wiener Stiftung | Ute Grabowsky