Damit gute Schule bald auch durch den Magen geht…

Informationsveranstaltung der Vernetzungsstelle im Saalekreis: Gesundheit können Kinder bekanntlich nicht mit dem Löffel essen. Aber eine gehörige Portion davon bekommen sie in den Magen, wenn sie sich regelmäßig ausgewogen und gesund ernähren. Im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung – engagiert sich in Sachsen-Anhalt die Vernetzungsstelle KiTa- und Schulverpflegung für eine gesunde Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen des Landes. „Dafür bedarf es vieler Akteure: Schulen, deren Träger, Eltern, Versorger und Erzeuger, Wissenschaft, Bildungsträger und der Politik“, sagt Mandy Waberer von der bei der Landesvereinigung für Gesundheit angesiedelten Vernetzungsstelle. Die Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, lokale Akteure zu Gunsten einer gesunden Schul- und KiTa-Verpflegung an einen Tisch zu bringen.
Im Saalekreis hat die Vernetzungsstelle dafür einen engen Verbündeten im Lokalen Bündnis für Familie, das sich unter anderem auch für eine gesunde Ernährung der Kinder und Jugendlichen im Landkreis engagiert. Am Mittwoch, 26. Januar, werden Mitglieder der Bündnis-Arbeitsgruppe „Gesundheit“ die Kita- und Schulverpflegung in den Mittelpunkt einer Beratung stellen. Zusammen mit Vertretern von Sachsen-Anhalts Vernetzungsstelle wollen sie die derzeitige Situation der Schul- und KiTa-Verpflegung im Landkreis analysieren und nach Ideen zur Umsetzung der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entwickelten bundeseinheitlichen Qualitätsstandards suchen. „Regelmäßige Mahlzeiten sind für ein gesundes Aufwachsen der Kinder von großer Bedeutung. Unzureichende Zufuhr an Kohlenhydraten, Proteinen, Fett, Wasser, Vitaminen und Mineralstoffen beeinträchtigt ihre Leistungs- und Lernfähigkeit“, erklärt Mandy Waberer. Empfohlen werden drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten am Tag. Neben dem Frühstück, bei dem die über Nacht verbrauchten Reserven wieder aufgefüllt und dadurch Konzentrations- und Leistungsfähigkeit für einen guten Start in den Tag gesichert werden, ist eine warme Mittagsmahlzeit wichtig – eine ausgewogene Mischkost mit reichlich frischem Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukten.

In Sachsen-Anhalt wird zwar in fast jeder Schule ein warmes Mittagsessen angeboten, meist jedoch mit zu viel Fleisch und zu wenig Vollkornprodukten. „Von 500 durch die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalts untersuchten Speiseplänen erfüllte keiner die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung“, sagt Gesundheitswirtin Waberer. Sehr häufig werde die Warmhaltezeit von Gemüse und Kurzgebratenem überschritten und viel zu selten ein Getränk zum Mittagessen gereicht. Gute Qualität habe allerdings auch ihren Preis, sagt die Mitarbeiterin der Vernetzungsstelle. Ein vollwertiges Mittagsessen, zubereitet aus hochwertigen Lebensmitteln, plus einer täglichen Portion Obst, Rohkost oder einem Getränk sei nicht für die 1,86 Euro zu bekommen, die derzeit in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt eine warme Mahlzeit in der Schule kostet. Mangelnde Qualität der Speisen gehöre aber zu den Gründen, aus denen nur jeder zweite Schüler im Land das Verpflegungsangebot in der Schule nutzt. Hinzu komme, dass die Einnahme des Essens oftmals kein Bestandteil von Schulkultur sei, wenn dafür lediglich 20 bis 30 Minuten Mittagspause zur Verfügung stehen. „Durch mehr Qualität und eine größere Teilnehmerzahl an der KiTa- und Schulverpflegung kann nicht nur die körperliche und geistige Fitness der Mädchen und Jungen verbessert, sondern auch ein aktiver Beitrag zur Ernährungserziehung geleistet sowie das soziale Miteinander gefördert werden“, begründet Mandy Waberer den Auftrag der Vernetzungsstelle.

Ansprechpartner:
LVG, Frau Waberer, Tel: 0391/ 83 64 111

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