Kinder und Jugendliche sind in der reichen Republik armutsgefährdet

Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Löhne steigen, doch viele Menschen profitierten kaum vom Aufschwung, kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband. Damit die Kinder nicht zu kurz kommen, gibt es das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT). Hier können Eltern Zuschüsse zum Mittagessen in Kindergarten und Schule oder zum Sportverein beantragen. In der Praxis  sind die Familien aber mit dem dazugehörenden Verwaltungsaufwand in der Regel überfordert. Der Sozialverband forderte deshalb bei der Vorstellung seines Jahresgutachtens zur sozialen Lage in Deutschland „ein soziales Reform- und Investitionsprogramm“. Das deutsche Steuersystem verschärft soziale Ungleichheit, indem es zu wenig solidarisch umverteilt“, erklärt der Verband. „Wenn der politische Willen da ist, ist das machbar.“ Die Umsetzung aller Forderungen des Paritätischen Gesamtverbandes würde rund 50 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Dazu kämen rund 15 Milliarden Euro an Steuerausfällen für den Staat, das sind aber nur  rund 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

DNSV fordert 7% auch für Schulessen!

Der DNSV Aufruf an die Politik: „Sehr geehrte Damen und Herren der Bundesregierung, die Mehrwertsteuer ist familienblind. Die Politik hat es bisher über all die Jahre versäumt, die Bedürfnisse von Kindern ernst zu nehmen: Schul- und Kitaessen – all dies wird noch immer mit 19 % besteuert. Doch Kinder gestalten unsere Zukunft – das gute und gesunde Aufwachsen von Kindern ist deshalb eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft, ihre Bedürfnisse sind Grundbedürfnisse im Interesse der Allgemeinheit. Setzen Sie sich in Deutschland und Europa für eine kinder- und familienfreundliche Mehrwertsteuer ein: Das DNSV fordert die Abschaffung der 19 % MwSt.- Besteuerung auf die Schulverpflegung! Es ist nicht nachvollziehbar, dass Schulessen mit 19 % besteuert wird, aber FastfoodVerköstigung und Tierfutter lediglich mit 7 % angesetzt werden“!