Neue Esskultur in der alten Turnhalle

Jugendliche wollen bislang nur selten in der Schule zu Mittag essen – Buffets und eine größere Auswahl an Speisen sollen das ändern

Für die 16-jährige Rosa gibt es in der Mittagspause in der Schule Kräuterquark an Kartoffelpüree und feinem Mischgemüse. Ungewöhnlich? Allerdings, die Geschmäcker der Teenager sind ausgefallen und das manifestiert sich nicht nur in der Kleidung. Am Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow können sich die Schüler seit Montag am Buffet die Beilagen selbst zusammenstellen. Das neue Konzept der Schulmensa könnte vorbildhaft für die Berliner Sekundarschulen und Gymnasien werden. Im Zuge der Umstellung auf Ganztagsbetrieb sollen alle Sekundarschulen eine Mensa erhalten, auch viele Gymnasien bauen das Essenangebot aus. Ein Großteil der 200 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm werden in die neuen Speisesäle verbaut, doch unklar ist, wie die Jugendlichen bewegt werden, dort auch etwa zu sich zu nehmen. „An weiterführenden Schulen, die bereits ein Mittagessen bieten, nimmt oft nur eine Minderheit der Schüler an der Schulspeisung teil“, sagt Michael Jäger von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin. Eine Befragung der Vernetzungsstelle und der AOK 2009 hatte ergeben, dass die Beteiligungsquote an Haupt- und Realschulen nur bei elf Prozent liegt, an den Gymnasien bei 21 Prozent.

Quelle: Berliner Morgenpost, Freitag, 26. November 2010 17:11  – Von Florentine Anders, Neue Esskultur in der alten Turnhalle

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