So schafft die Politik keine Bildungsrepublik!

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes, zum OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2011“: „Keine Bildungsrepublik ohne Investitionen. Investitionen in Bildung lohnen sich – für den Einzelnen wie für die Gesellschaft insgesamt.  Das belegt die neue OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“. Dabei gilt: Je höher der Bildungsabschluss, desto höher der zu erwartende Nutzen. Das ressourcenarme Deutschland lebt von seinen gut ausgebildeten Talenten. Nur: Der Anteil der Hochqualifizierten in unserem Land stagniert. Der Koordinator der Pisa-Studien, Andreas Schleicher, brachte es auf den Punkt: „Deutschlands Anteil am globalen Talentpool ist deutlich geschrumpft.“Während im OECD-Durchschnitt 37 Prozent eines Jahrgangs einen Hochschulabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss erwerben, sind es in Deutschland nur rund ein Viertel. Andere Länder haben uns in dieser Statistik den Rang abgelaufen. Laut  Schleicher sei das Bildungsniveau in keinem anderen Industrieland in den vergangenen 50 Jahren „so außergewöhnlich langsam angestiegen“ wie in Deutschland. Dabei fehlen hierzulande nicht nur Akademiker, sondern auch Meister und Techniker sowie andere qualifizierte Fachkräfte. Trotz aller Reformanstrengungen im deutschen Bildungswesen müssen wir noch mehr unternehmen, um auch in Zukunft sowohl die individuellen Chancen als auch die Wirtschaftskraft zu sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen unsere Politiker verstärkt in die Bildung von Anfang an investieren. Maßnahmen, die schon früh ihre Wirkung entfalten, zahlen sich nachgewiesener Maßen aus. Dazu zählen: der qualitative Ausbau der Frühförderung, eine neue Organisation der Bildungsprozesse, verbindliche Institutionen übergreifende Bildungspläne und eine Ausbildung, die es Fachkräften ermöglicht, Kinder von null bis zehn Jahren zu fördern. Statt diese Maßnahmen beherzt umzusetzen, gibt die deutsche Politik nach wie vor zu wenig für Bildung aus, wie die OECD einmal mehr bescheinigt. Die Bildungsausgaben liegen in Deutschland nach OECD-Kriterien immer noch deutlich unter dem Schnitt der anderen Industrienationen. Demnach gab Deutschland im Jahr 1995 noch 5,1 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts aus. 2008 waren dies laut Bericht nur noch 4,8 Prozent. Der OECD-Schnitt lag in diesem Jahr bei 5,9 Prozent. Damit lag Deutschland auf Platz 30 unter 36 Industrienationen. Bund und Länder haben sich das Ziel gesetzt, bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung auszugeben. Davon entfernen sie sich immer weiter. So schafft die Politik keine Bildungsrepublik.

(didacta)

2 Gedanken zu „So schafft die Politik keine Bildungsrepublik!

  • 7. Oktober 2011 um 13:56
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    Damit mit nichts entgeht habe ich mir vor ein paar Stunden mal ein RSS Programm runtergeladen. Wie finde ich hier im Blog den die URL zum Feed ?

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