Erfolgreiche Fachtagung

Zum 10. Mal fand die Fachtagung der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung im Veranstaltungsforum Fürstenfeld statt. Nachdem der Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck, Günter Biermayer, das pädagogische und hauswirtschaftliche Personal aus Kindertagesstätten, Schulen sowie Speisenanbieter begrüßt hat, stellte der 2. Bürgermeister der Stadt Fürstenfeldbruck, Christian Götz, die Wichtigkeit einer gesunden Kita- und Schulverpflegung heraus und gab Ausblicke, wie sich auch die Stadt Fürstenfeldbruck für mehr Ernährungskompetenz in der Bevölkerung engagieren möchte.

Im ersten der beiden Fachvorträge stellte Dr. Esther Gajek von der Universität Regensburg unter dem Titel „digital, global, lokal, irrational“ vor, welche kulturellen und gesellschaftlichen Einflüsse das Essverhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflussen. Ernährungstrends verbreiten sich in dieser Altersgruppe besonders schnell über Blogger, Influencer und die Bildsprache der sozialen Medien. Während sich ein Teil intensiv mit der Ernährung auseinandersetzt und mit Schlagworten wie vegan, Urban Gardening oder Bio für Aufmerksamkeit sorgt, geht beim anderen Teil die Ernährungskompetenz verloren. Kochen wird zunehmend durch Fertigprodukte oder Lieferservices ersetzt. Der Vortrag von Dr. Gajek motivierte die Zuhörer, durch eine qualitativ hochwertige Verpflegung in Kitas und Schulen und die dazugehörigen pädagogischen Angebote das Ernährungswissen der Kinder zu stärken und eine gute Grundlage für ein gesundes Wachstum zu legen. Die Sozialpädagogin Petra Bartoli y Eckert thematisierte im zweiten Vortrag den Umgang mit Stresssituationen, die im Kindergarten-, Schul-, und Küchenalltag auf der Tagesordnung  Tagesordnung stehen. Der Fokus lag auf der eigenen Stressbewältigung und wie man trotz stressiger Situation widerstandsfähig und gesund bleibt. Wichtig dafür bleibt immer die Frage nach der Sinnhaftigkeit der eigenen Handlungen. Ebenso lassen uns soziale Kontakte, Lernen, körperliche Betätigung und anderen zu helfen aufblühen und bieten einen Anker in stressigen Situationen.

Nach der Mittagspause, die von den Teilnehmern gerne zur Stärkung am ausgewogenen und reichhaltigen Buffet sowie zum Austausch mit Kollegen und Ausstellern am Markt der Möglichkeiten genutzt wurde, ging es am Nachmittag in Kleingruppen weiter. Dr. Gajek beleuchtete geschlechterspezifisches Essverhalten. Die Pubertät ist maßgeblich von der Identitätsfindung geprägt. Dies wirkt sich auch entscheidend auf die Entwicklung des Essverhaltens aus – bei dem es zwischen den Geschlechtern sind oft große Unterschiede gibt. Mithilfe eigener Biographiearbeit stellten die Teilnehmer gendertypische Unterschiede heraus. Bartoli y Eckert zeigte praktische Techniken, wie sich akute Spannungszustände abbauen lassen und gab den Teilnehmern ein sogenanntes „Notfalltäschchen“ an die Hand, das sowohl im Beruf als auch privat erste Hilfe gegen Stress bieten kann. Im dritten Forum stellte Christiane Klimsa vom Referat Bildung und Sport der Stadt München gemeinsam mit dem Team „überkochen“ den Kochwagen für Schulen vor. Da der Wagen von einem Induktionskochfeld über Töpfe, Messer und Geschirr über alles Nötige verfügt, können Schüler damit im Klassenzimmer selbst kochen. Wissen aus unterschiedlichsten Schulfächern kann dadurch alltagsnah vermittelt und gleichzeitig die Wertschätzung für Lebensmittel sowie soziale Kompetenzen der Schüler gefördert werden. Forum vier thematisierte die Vielfalt der Getränke und ihre Eignung für Kinder. Ursula Liersch von der Verbraucherzentrale Bayern zeigte den Teilnehmern, was wirklich in den (vermeintlichen) Getränken enthalten ist gab Anregungen für gesunde und leckere Alternativen für Kinder, jenseits von Eistee, Cola und Energydrinks.