Einen regulären Schulbetrieb mit Schulmensa soll es bis zu den Sommerferien nicht mehr geben!

Alle Schüler sollen nach dem Willen der Kultusminister vor den Sommerferien zurück in die Schulen – zumindest „tage- oder wochenweise“. Einen regulären Schulbetrieb soll es für die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler vor den Sommerferien aber nicht mehr geben. Wer zurückkehrt, soll Abstand halten, sich häufig die Hände waschen und in kleinen Gruppen lernen, möglichst mit zeitversetztem Start. Das Lernen daheim soll sich abwechseln mit Präsenzunterricht. Die Entscheidungen, wann genau welche Jahrgänge zurückkehren, liegen bei den Ländern. Ein Bund-Länder-Entscheid über einen entsprechenden Korridor dürfte es frühestens am 6. Mai geben. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek rechnet für den Schulbetrieb mit Beschränkungen bis in das nächste Schuljahr hinein. „Die Ausnahmesituation wird bis weit in das nächste Schuljahr andauern“, so die CDU-Politikerin gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (30.04.2020).

Aus dem Beschluss der Kultusminister zur schrittweisen Wiedereröffnung der Schulen vom 28.04.2020:

„6. Pausenregelungen

Um sicherzustellen, dass Lerngruppen nicht in Kontakt miteinander kommen, sollten Unterrichtsbeginn und -ende, Pausenzeiten und Essenzeiten durch geeignete Maßnahmen entsprechend organisiert werden, z. B. durch Zuweisung von Pausenbereichen. Da sich die Schulen in Größe, Ausstattung und räumlichen Möglichkeiten voneinander unterscheiden, bedarf es schulinterner, individueller Konzepte. Das Abstandsgebot und der Infektionsschutz müssen jedenfalls eingehalten werden.“

Während die Kultusminister der Länder sich auf ein Rahmenkonzept zur schrittweisen Öffnung der Schulen in der Corona-Pandemie verständigt haben, stellen sich allerorts Fragen nach der Umsetzung.

In der Berliner Senatsverwaltung für Bildung hat man deshalb schon mal in einem Papier mit dem Namen „Organisation des Schulmittagessens nach Öffnung der Schulen“ drei Essenszenarien durchgedacht:

  1. Die Schüler erhalten entweder das Essen abgepackt in einer „Take away“-Menüschale oder als Lunch-Box.
  2. Oder die sechsten Klassen nehmen wie gewohnt das Essen in der Mensa ein – allerdings immer nur die „halbe“ Klasse und mit viel Abstand, weil aus pandemischen Gründen die Schüler in zwei Gruppen geteilt werden.
  3. Als dritte Möglichkeit werden „individuelle Konzepte“ angedacht, bei denen sich die jeweilige Schule mit dem Caterer abstimmt.

Berliner Caterer halten Lunch-Boxen und Take away für nicht umsetzbar, weil auch das Essen dann womöglich nicht warm genug ist, was gegen Hygienestandards verstößt.

Das DNSV fragT: Kommtt also das zweite Szenario und die jeweiligen Klassen essen in zwei Gruppen? Auch ein eigenes Hygienekonzept für die Schulmensen liegt bis heute noch nicht vor, auch im Entwurf des Berliner Musterhygieneplans spielen sie bisher keine Rolle.