Schulmensen Schauplatz neuer weltanschaulicher Konflikte

Wie es scheint versuchen politische Aktivisten die Gunst der Corona-Krise nutzen, um in den öffentlichen Schulen „nachhaltigere Ernährungssysteme“ durchzusetzen. So ist in den Medien zu lesen: Das Essen in Schulkantinen ist auch in Deutschland zu einem Schauplatz neuer weltanschaulicher Konflikte geworden, die höchst spalterisch wirken können. Neben dem Klimaschutz geht es da bekanntlich oft um Rücksichtnahme auf muslimische Kinder, Stichwort Schweinefleisch. Schulen sind aber, genauso wie andere öffentliche Einrichtungen, keine geeigneten Orte, um Minderheitenpositionen in der Gesellschaft durchzusetzen. Wir sollten die Ideologie nicht auf die Teller unserer Kinder legen, so jüngst die Meinung vom französischen Landwirtschaftsminister. Das Schulessen in New York sei zu ungesund, findet Bürgermeister Bill de Blasio und seine Lösung lautet: Fleischfreie Montage in allen öffentlichen Schulmensen der Stadt. In den Ausschreibungen der Stadt Frankfurt für die Catering-Verträge sollen sich die Mensa-Betreiber verpflichtet werden, mindestens ein Drittel Bio-Produkte und weniger Vorgefertigtes zu verwenden. In der über 100 seitigen Ausschreibung des Berliner Senats für die Schul- und Kitaverpflegung steht dazu: der Bioanteil auf zunächst 30 Prozent und ab August 2021 auf 50 Prozent steigen, dabei hat man einfach die Strategie der Stadt Kopenhagen kopiert.

Paradigmenwechsel in der Ernährungswissenschaft sei notwendig, denn die Epoche der allgemeinen Ernährungsregeln sei vorbei, betont Autor und Ernährungswissenschaftler Uwe Knop dazu.

DNSV dazu: Schulverpflegung ist mehr als Essensausgabe. Gemeinsame Mahlzeiten sind eine kulturelle Errungenschaft, die gerade in Zeiten von Fast-Food und To-Go-Speisen von großer Bedeutung ist.

Hintergrund: Dass die Stadt Kopenhagen es geschafft hat, ihr Ziel von 90 Prozent Bio in öffentlichen Kantinen in kürzester Zeit zu erreichen, das ist auch ein Erfolg des dänischen Nationalen Bio-Aktionsplans, einer ganzheitlichen Strategie, welche unter Einbeziehung eines breiten Spektrums von Interessengruppen entwickelt wurde. Unterstützt durch eine substanzielle, zweckgebundene Finanzierung erzielte der Aktionsplan sehr klare positive Ergebnisse: Dänemark hat heute den höchsten Marktanteil für ökologische Lebensmittel weltweit. Der Aktionsplan motivierte alle Gemeinden mittels einer nationalen Zielvorgabe mindestens 60 Prozent Bio in allen öffentlichen Kantinen zu erreichen und stellte für die Umstellung auch Förderung bereit. Dies half auch der Stadt Kopenhagen ihr Ziel von 90 Prozent Bio zu erreichen.