KiGGS Welle 2 zur Übergewichtsentwicklung

Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) ist eine vom Robert-Koch-Institut seit 2003 durchgeführte Erhebung zum Gesundheitszustand der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren. Mit den jetzt vorgestellten ersten Ergebnissen der KiGGS Welle 2 liegen neue Querschnitts- und in dieser Qualität auch erstmals Längsschnittdaten zur Entwicklung des Gesundheitszustands vor.

Die für die Plattform Ernährung und Bewegung wichtigsten Ergebnisse sind meiner ersten Einschätzung nach:

Der Anteil der übergewichtigen (15,4 %) und adipösen (5,9 %) Kinder und Jugendlichen hat sich auf (zu) hohem Niveau stabilisiert. Dabei steigt der Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher mit zunehmendem Alter an.

3 bis 6jährige Mädchen sind zu 10,8 % übergewichtig und die gleichaltrigen Jungen zu 7,3 %. Mit dem Schuleintritt bei den 7 bis 10jährigen steigt das Übergewicht sprunghaft an (Mädchen 14,9 % / Jungen 16,1 %).

Ihren Höhepunkt erreicht die Entwicklung bei Jugendlichen zwischen 11 und 13 Jahren, in diesem Alter sind 20,0 % der Mädchen und 21,1 % der Jungen übergewichtig.

Im Alter von 14 bis 17 Jahren sinkt der Anteil wieder leicht (Mädchen 16,2 % / Jungen 18,5 %).

Der Anteil von übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen mit niedrigem sozioökonomischen Status bleibt sehr hoch (Übergewicht: Mädchen 27,0 % / Jungen 24,2 %).

Nur wenige Kinder und Jugendliche erreichen die von der WHO empfohlenen Bewegungszeiten von 60 Minuten täglich.

Knapp die Hälfte der Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren sind eine Stunde am Tag körperlich aktiv.

Mit zunehmendem Alter sinkt die Aktivität dramatisch. Nur noch 7,5 % der jungen Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren erreichen eine Stunde Bewegungsaktivität.

Auch wenn die Jungen sich über alle Altersgruppen hinweg mehr als die Mädchen bewegen, bleibt der Umfang alarmierend gering, und ist seit der letzten Erhebung sogar noch gesunken.

Der Anteil von Kindern und Jugendlichen, die täglich zuckergesüßte Erfrischungsgetränke konsumieren, ist deutlich zurückgegangen und unterscheidet sich zwischen Jungen (22,2 %) und Mädchen (16,9 %) signifikant.

Der prozentuale Anteil der schwangeren Raucherinnen hat sich fast halbiert (10,9 Prozent).

Diese Entwicklungen werden mit Bezug auf die KiGGS-Basisdaten (Erhebungszeitraum 2003 bis 2006) diskutiert. Die tiefergehende Auswertung der Daten steht noch aus, so dass die hier dargestellten Ergebnisse nicht im Zusammenhang zu betrachten sind.

Unter www.kiggs-studie.de erhalten Sie einen Einblick in die Daten.

Quelle: Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb)